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Acetonämie
Acetonämie (Ketose): Die Acetonämie ist eine Stoffwechselstörung, die vorrangig zu Beginn der Laktation bei Hochleistungskühen auftritt. Die Acetonämie wird dabei durch eine starke negative Energiebilanz, hervorgerufen durch eine hohe Milchleistung und geringe Futteraufnahme, ausgelöst. Die Acetonämie ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Fettmobilisationssyndrom innerhalb der ersten 10 Tage p.p.
Es wird zwischen drei verschiedenen Formen der Acetonämie unterschieden:
Alimentäre Acetonämie: Wird hervorgerufen durch die übermäßige Aufnahme und Verstoffwechselung von Buttersäure (z.B. durch schlechte Silagequalität mit hohem Buttersäuregehalt)
Primäre Acetonämie: Entweder als Bestandteils des Fettmobilisationssydroms oder als Ergebnis eines Glukosemangels in der Frühlaktation. Ein niedriger Blutglukosespiegel fördert die Bildung von Ketonkörpern.
Sekundäre Acetonämie: Das Energiedefizit, welches zu einer vermehrten Bildung von Ketonkörpern führt wird durch eine andere Erkrankung hervorgerufen und die Ketose wird zur Begleiterscheinung.
Eine Bildung von Ketonkörpern findet unter physiologischen Bedingungen immer statt. Die entstehenden Ketonkörper sind Acetoacetat, Aceton und ß-Hydroxybutyrat. Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat werden in der Regel entweder in der Muskulatur oder durch Verwertung für die Fettsynthese in der Milchdrüse abgebaut. Aceton kann nicht verstoffwechselt werden und wird über die Atemluft ausgeschieden. In Stoffwechselsituationen, in denen der Energiegewinn in erhöhtem Maße aus dem Abbau von Körperfett erfolgt, werden Ketonkörper vermehrt gebildet und es kommt zu einer Anhäufung im Blut. Um ein erkranktes Tier zu therapieren muss der Blutzuckerspiegel erhöht und der Abbau von Körperfett durch einen Ausgleich der Energiebilanz gemindert werden. Dies kann mittels Invertzuckerlösungen, durch Verabreichung glucoplastischer Verbindungen (z.B. Propylenglycol) oder durch die Beifütterung pansenstabiler Glucose (z.B. DextroFAT Protect) erfolgen.
Die Erhöhung der Konzentration von Acetoacetat und ß-Hydroxybutyrat im Blut führt zu einem Protonenüberschuss und damit zu einem Abfall des Blut-pH-Wertes. Daraus kann dann eine Acidose (Ketoacidose) entstehen.
