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Eutergesundheit
Zur Beurteilung der Eutergesundheit werden der Gehalt an somatischen Zellen und der Keimgehalt der ermolkenen Milch herangezogen. Dabei ist zu beachten, dass der Keimgehalt der Tankmilch in erster Linie ein Parameter der Milchqualität und weniger der Eutergesundheit ist, da eine bakterielle Verunreinigung von außen möglich ist. Ohne äußerliche Verunreinigung enthält die Zisternenmilch ca. 100.000 Keime je Milliliter, Alveolarmilch gesunder Euterviertel enthält deutlich weniger Keime, die Konzentration beträgt zwischen 1.000 und 10.000 Keime je Milliliter. Milch bakteriell infizierter Viertel enthält mehr als 10.000 Keime je Milliliter. Anders als der Keimgehalt der Milch gibt der Gehalt an somatischen Zellen deutlichen Aufschluss über den Gesundheitsstatus des Euters. Somatische Zellen sind entweder Euterepithelzellen, welche bei der Gewebeerneuerung abgestoßen werden, oder Leukozyten. Leukozyten werden über die Blutbahn ins Euter transportiert, bekämpfen im Falle einer Infektion Erreger und sterben ab. Beide Arten von Zellen werden über die Milch aus dem Körper geschleust. Die Milch gesunder Euterviertel enthält weniger als 150.000 Zellen je Milliliter. Ein Zellgehalt von 150.000 bis 250.000 Zellen je Milliliter gilt als leicht erhöht, muss aber nicht die Folge einer Euterentzündung sein. Hierbei ist zu beachten, dass sich der Zellgehalt gegen Ende der Laktation erhöht, da sich durch die rückläufige Milchmenge der Konzentration der Zellen in der Milch erhöht. Werden mehrmals hintereinander mehr als 250.000 Zellen je Milliliter festgestellt, so handelt es sich um eine Entzündung der Milchdrüse, die durchaus chronisch verlaufen kann.
